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26 -September -2017 - 01:54

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Elefantöse Viedokunst auf Youtube

 Paule Popstar & The Burning Elephants

„Wer immer sich diesen Bandnamen ausgedacht hat, muss ein bisschen gestört sein!“ schrieb Uriah Heep-Gitarrist Mick Box 2010 in seinem Tourblog über die ihm bis dato unbekannte Vorgruppe. Recht hatte er. Paule Popstar, der eigentlich Thomas Lochner heisst, hatte schon in der Vor-Pubertät die Wahnidee, eines Tages als Sänger einer lautstarken Elefantenherde vorzustehen. Es dauerte aber noch bis ins Jahr 2006, bis er die richtigen Musiker mit zusammen mindestens 100 Jahren Banderfahrung eingesammelt hatte, um die Bühnen unsicher zu machen: Gitarrist Robert Dorsch, Keyboarder Jochen Schmidt, Bassist Klaus Schäfer und Drummer Thomas Zimmer. Was so ernst begann, wurde bald bitterer Spaß: Zunächst als Coverband der besonderen Art mit zunehmend mehr Auftritten.
Paule Popstar & The Burning Elephants Konzerte waren und sind berühmt-berüchtigt für ihre Länge (bis zu vier Stunden) und ihr rustikales Entertainment.

PAULE POPSTAR & The Burning Elephants

Musik plus Entertainment mit einer auf jeden Besucher persönlich zugeschnittenen Darbietung. Mit Styropor-Ikebana. Mit Frettchen-Blues oder dem beliebten Spiel „Wir basteln uns einen Refrain aus Russisch Brot“. Aus allen musikalischen Vorlagen machten und machen die Herren Rock ihrer ganz eigenen Machart. Traditionsbewusst aber nicht altbacken. Mit Dreck unter den Fingernägeln, rostigen Stromgitarren und dampfenden Hammond-Orgeln. Vor allem aber so lässig, als hätte man diese Art Musik gerade erst selbst erfunden. Bier gab es schon, Zigaretten auch. Und ein Mikro und Bühnen in kleinen verrauchten Kneipen, auf großen Bühnen und Festvals, auf denen man auch die nach und nach zahlreicheren eigenen Songs am lebenden Objekt erproben konnte. Songs, die die Verruchtheit von Herman Brood mit der sturmerprobten Bärbeissigkeit von Joe Cocker kreuzen. Songs, die wissen, dass sie auch auf einer alten Holzgitarre noch gut klingen, die aber gern auch mal in solistischen Eruptionen aufblühen, die den Geist der 70er Jahre atmen.


Die nun in den 15 Songs des Albums „Schundromanme und Schabracken“ kulminieren. Einem Album, das einerseits an das Status-Quo-Motto „In Search Of The Fourth Chord“ angelehnt sein könnte, andererseits aber vor Ideenreichtum und Vielfalt in den Arrangements nur so strotzt. Und dennoch klingt das Album organisch und ist unverkannbar aus Hirnschmalz und Schweiß einer gut eingespielten Band entstanden, die eine klare Vorstellung davon hat, was sie will: hochfliegende Träume ganz erdennah zu Musik werden lassen. Zusammengehalten wird das von Lochners markanter Stimme, die für die nötige „Street Credibility“ sorgt. Aufgenommen und gemischt wurde im Studio von Jens Schmidt in Stuttgart, gemastered von Robin Schmidt (nicht verwandt!) bei 24-96 Mastering in Karsruhe – dem Mann, der auch schon Größen wie Xavier Naidoo, den Ärzten, Jake Bugg oder The Gaslight Anthem den letzten Soundschliff verpasste.
62 Minuten „Schundromane & Schabracken“ - der Albumtitel ist Programm: Das sind Momenteindrücke aus dem echten Leben. In deutsch und englisch. Warum? Weil sich jeder Song seine Sprache selbst sucht, davon sind die Elefanten überzeugt. So, wie sich auch jedes Thema die passende Musik sucht. Mit der fetten Classic-Rock-Eröffnung „Zum Trinken brauch' ich kein Besteck“ und ihrem - nicht ganz ernstzunehmenden – Brunftschrei wird eine deutliche Duftmarke und ein klares musiklaisches Statement abgegben. Und ganz nebenbei erfährt der Hörer, dass dieser Band beim Musizieren allweil der Schalk im Nacken sitzt. „Mona Lisa“ mit seinen staubtrockenen Wüstengitarren atmet den Geist von Tito & Tarantula, ohne epigonenhaft zu sein. Mit „Verlange nichts von mir“ ist astreiner Rock'n'Roll deutscher Machart am Start, getragen von behutsam modernisierten Twang-Gitarrensounds!. „Come Home“ ist so funky, wie eine alte Haudegen-Rock-Truppe eben gerade mal kann. „Zeit voller Zärtlichkeit“ macht eine musikalische Rolle rückwärts als Parodie auf Kabarettchansons der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, und im breitbeinig rockenden „That's Your Power“ gibt es (ausnahmsweise) ein Syntheszizer-Solo zu hören, auf das Manfred Mann stolz sein könnte. Mit der Power-Ballade „Ich hab' den Mond gefangen“ haben die Herren einen Extra-Pfeil im Köcher, von dem sie ganz bescheiden meinen: „Das ist doch wohl klar, dass das der deutsche Beitrag um Eurovision Song Contest 2015.... oder 2030.... vielleicht, eventuell, sein wird. Nein, muss!“

 Da brennt die Luft, und der Elefant tanzt.

Paule Popstar and the Burning Elephants gibt es auch Unplugged !

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